Mehr über Barsche wissen - Erfolgreich Fangen

In diesem Blog will ich euch all meine Erfahrungen bezüglich des Verhaltens der Barsche, sowie der Jagd auf Barsche weitergeben. Ich bin Luca Rast, Teamfischer von Major Fish Schweiz und angle seit rund 10 Jahren.

Grundlegendes über den Barsch

Der Barsch ist ein Süsswasserfisch und wird auch Egli, Krätzer, Flussbarsch oder Perch genannt. Er ist ein Räuber, der in Schwärmen jagt und sich im Schwarm sehr wohl fühlt. Die Kapitalen Grössen hingegen halten sich meist allein oder in ganz kleinen Gruppen auf.

Barsche sind strukturliebend und somit überwiegend in Häfen, bei versunkenen Bäumen oder Ästen sowie an flach abfallenden Kanten zu finden.

Die Vorwiegende Nahrung der Barsche sind Brutfische, kleine Weissfische - sogenannten Spiessen und natürlich auch Krebse oder andere Wasserkleintier.

Dementsprechend kann man den Barsch mit kleinen Ködern zwischen 2 und 4 Inch befischen. Sehr zu empfehlen sind Krebs- und Larvenimitate. Zu diesen verschiedenen Ködern kommen auch noch Finesse-Techniken, wie auch Hard-Baits dazu. Hierzu aber später im Blog.

 

Steckbrief: 

Name: Barsch --> Perca fluviatilis 

Gattung: Perca 

Maximale Grösse: In der Regel bis 55 cm in unseren Gewässern 

Hauptbeute: Alle Arten von kleinen Fischen, Kleinwassertieren, Kannibalismus ist kein Thema und kommt vor 

Jagdverhalten: Exzessiv auf Kleinfisch-Schwärme, wenn der Fressreiz eintrifft, gibt es keinen Halt mehr 

Laichzeit: Grundsätzlich März bis Juni, entscheidend ist Klima, Wassertemperatur und Lebensraum. Die Reifedauer des Laiches dauert fast 150 Tage. 

Natürliche Feinde: Die eigenen Artgenossen, grössere Räuber, wie Hecht, Zander oder Wels. Auch der schwarze Tod (Kormoran) wie auch andere Wasservögel sind potenzielle Gefahren. 

Schonzeit: In den meisten Regionen gilt keine Schonzeit. 

Zu den Jahreszeiten 

Frühjahr:

Im Frühling ist der Barsch in grossen Schwärmen anzutreffen und kommt vom tiefen Wasser langsam in die flacheren Gefilde zurück. Im Frühling ist er hauptsächlich mit Laichen beschäftigt. Sobald diese Zeit durch ist, geht er auf Jagd. Er muss die Energie, welche er für das Laichen benötigt hat, wieder reinholen. Zu keiner Zeit jagen die Barsche mehr als im Frühjahr. Da nicht jeder Köder im Frühling geeignet ist, weil die Barsche noch eher bodennahe stehen, empfiehlt sich eine Drop-Shot Montage, ein Texas-Rig oder eher klassisch: ein Jigkopf.

Die besten Erfolge hatte ich mit Gummiköder in der Form von Krebsen (Natural Drop-Shot Craw) oder Larven. Aber auch Kleinfischköder mit einem V-Schwanz. Zum Beispiel ein XO BABY MINOW 2.6.

 XO Baby

Sommer:

Die Barsche stehen im Sommer eher im Mittelwasser oder an der Oberfläche. Aber vor allem im flachen Wasser. In dieser Jahreszeit sind die Barsche sehr aktiv. Die beste Fangzeit ist in den frühen Morgenstunden und in den Dämmerstunden am Abend. Die Hitze tagsüber macht die Barsche träge und sie beissen weniger. Die besten Köder für die Sommerbarsche sind meiner Meinung nach Topwater- Köder – sogenannte Oberflächenköder. Alle Arten von Hard-Baits und auch die bekannten Finesse-Taktiken Carolina- und Texas-Rig. Der Wobbler Raptor 7 cm von Major Fisch ist im Sommer zu empfehlen.

 Barschwobbler Raptor

Herbst:

Im Herbst gilt eigentlich nur etwas: Fressen und gefressen werden. Für mich persönlich ist es die beste Zeit, um Barsche zu fangen. In dieser Zeit schlagen sich die Barsche die Bäuche voll, um sich auf den bevorstehenden Winter vorzubereiten. Egal welche Köder ihr benutzt, sie sind in dieser Zeit alle perfekt. Die Barsche stürzen sich wie Piranhas auf mögliche Nahrung. Um diese spannende Zeit noch zu unterstreichen, erzähle ich euch kurz ein großartiges Erlebnis, welches ich hatte:

Als ich als kleiner Junge um 04.00 Uhr morgens am Greifensee am Steg stand, fiel ein Blatt auf die Wasseroberfläche. Ca. 50 bis 100 Barsche stiessen von unten auf die Wasseroberfläche und liessen das Wasser regelrecht brodeln. Damit hatte ich meinen "Beweis", dass sie sich zu dieser Zeit wirklich auf alles stürzen, was annähernd als Kraftfutter dienen könnte. Aus der Sicht eines 10- Jährigen war das sehr eindrücklich und ein unvergesslicher Moment.

Ködertechnisch sind somit alle Köder, die an der Oberfläche oder im Mittelwasser geführt werden können, sehr effektiv.

Major Fish Crank

 

Winter:

Für mich stellt der Winter die schwierigste Zeit zum Fischen dar. Die Barsche sitzen alle nahe am Grund und befinden sich in einer Art Energiesparmodus, bzw. Winterschlaf. Aber auch im Winter kann man sie überlisten mit viel Geduld. Mit einer Drop-Shot Montage mit einem Pin- oder V-tail (no action shad) kann es funktionieren. Selbstverständlich gehen auch andere Methoden. Bei mir war diese aber die bislang erfolgreichsten.

 Spinner Jig 3g

Mein Fazit:

Man sagt ja, Barschangeln sei sehr einfach. Das kann man teils bestätigen, jedoch auch wieder nicht. Es braucht schon eine gewisse Erfahrung, um zu wissen, wie man diese Jäger überlisten kann. Es ist nicht immer einfach und kann daher für Anfänger auch viele frustrierende Momente geben.

Der Barsch ist mein Lieblingsfisch, weil er so vielfältig ist und es Spass macht, an leichtem Gerät. Ausserdem ist er fast überall anzutreffen in unseren Gewässern Ich hoffe, dass meine Informationen und Ausführungen euch zu eurem Traumfisch verhelfen können.

Nicht vergessen:

Achtet die Tiere! Ein Anliegen, welches ich ebenfalls immer beherzige. Immer nur so viele Fische, wie man essen kann und Sorgfalt und Achtung im Umgang mit diesem Lebewesen. Im nächsten Blogbeitrag werde ich euch daher auch mal das eine oder andere gute Rezept à la Luca zum Ausprobieren mit auf den Weg geben.

 Luca Rast @Swissperchfisher

Na dann:  Petri Heil Luca T. Rast @swissperchfisher (Austausch und Inputs immer willkommen

 

Hier geht's zu den Barschköder